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  • AutorenbildSanni & Gerri@

Amazonas: Nachts sind alle Spinnen groß!

Besonders Nachts erwacht der Dschungel zum Leben. Währen wir tagsüber im dichten Grün intensiv nach Tieren und Insekten suchen müssen, ändert sich dies in der Nacht schlagartig. Es kreucht und fleucht, wo wir nur hinsehen. Davon können wir uns bei unserem ersten Nightwalk am Abend sehr eindrucksvoll überzeugen.

Insbesondere die Spinnen, die wir finden, jagen uns gehörigen Respekt ein. Auch im Camp machen wir das erste Mal Bekanntschaft mit einer ganz besonderen Mitbewohnerin. Wir teilen das Bad mit Tarantulita. Die Vorfreude auf die anstehenden Übernachtung in einem echten Zelt, im Dschungel außerhalb des Camps, wird in Anbetracht der lauernden nächtlichen Kreaturen ein kleines bisschen gedämpft.

Vor unserer Übernachtung, draussen im Dschungel gilt es dann unser Abendessen zu fangen. Das Ziel: Der äußerst schmackhafte Catfish. Wir „parken“ unsere Kayaks an einem Baum im Wasser und werfen unsere Schnüre in die Strömung. Schon nach kurzer Zeit: Sanni wird hektisch, esist etwas am Haken. Jetzt heisst es schnell sein. Und tatsächlich, es ist ein großer Catfish. Doch bevor Valerio und Sanni ihn an Board bekommen, kann er sich befreien und ist auf und davon. Aber schon kurze Zeit später ist es bei Gerriet auch soweit. Es gilt professionell und schnell die Leine einzuholen. Schnell Gerriet, zieh! Das ist was schweres…. und was ist es? Ein Amazonas-Shark!

Haie im Amazonas?

Ja tatsächlich. Sieht original aus wie eine Miniatur-Ausgabe des weissen Hai. Haben wir vorher auch noch nie gehört. Da er für das Abendessen eher ungeeignet ist, lassen wir ihn schnell wieder frei. Kaum die Angelschnur wieder ausgeworfen hat Gerriet schon wieder einen Biss. Wahnsinn!

Das läuft. Aber leider, schon wieder ein Hai. Vielleicht sogar der Selbe? Man weiss es nicht. Auch dieser erlangt seine Freiheit zurück und Gerriet holt tatsächlich noch ein drittes Exemplar aus dem Wasser. Haben wir einen Spaß! Also ist es nun an Sanni das Abendessen zu sichern. Und sie hat Glück. Auch der nächste Biss ist wieder ein Catfish! Diesmal gelingt es uns auch ihn an Board zu holen. Er ist allerdings nicht besonders groß, so dass er für unser aller Abendessen nicht reicht. Somit geht der Fang an Valerio der sich sehr freut und den Fish abends am Lagerfeuer zubereitet. Wir dürfen natürlich auch probieren und er schmeckt fantastisch. Am nächsten Morgen angeln wir noch stehend in der Lagunen wo Gerriet zwei Piranhas fängt. Super cool. Da wir noch satt vom Frühstück sind dürfen sie ihr Leben aber gerne behalten!

Glamping pur

Unser Übernachtungs-Ausflug wird nicht nur dank der mit uns reisenden Entourage wieder mal zum echten Highlight. Unser Zelt ist schon aufgebaut als wir mit dem Kajak ankommen und sogar mit einer dünnen Matratze ausgestattet. Wir werden auch hier draußen hervorragend von Lisandro bekocht. Die Mitbewohner, bestehend aus Motten, Mücken und Spinnen, ignorieren wir einfach und genießen einen fantastischen Sternenhimmel und die unzähligen Stimmen des nächtlichen Jungels. Unser ausgefallener Campgast ist ein kleiner frecher Nasenbär auch Coatimundis genannt.



 

Mit dem Windblatt gegen schlechte Energie

Zurück im Camp, nach unserer Übernachtung im Dschungel und der darauf folgenden Anaconda- Suche per Kajak, geht es Sanni nicht so gut. Schwindel und starke Kopfschmerzen plagen sie. Was wohl, neben dem permanenten nach oben schauen bei der vorangegangenen Vogelbeobachtung auch an der Nacht auf dem Boden und der starken Sonne an diesem Tag liegt. Um Abhilfe zu schaffen, führen am Abend zwei kundige Männer aus unserem Camp spontan eine sogenannte Limpia bei ihr durch. Diese ist Teil der Ahnenmedizin der Kichwa, mit dem Hauptzweck negative Energien loszuwerden, sich zu entspannen und Frieden zu erlangen.

Diese traditionellen Zeremonien zur Reinigung von Körper, Geist und Seele werden in ganz Ecuador mit speziellen Pflanzen aus den Anden oder dem Amazonas-Regenwald durchgeführt. Teilweise verwenden Schamanen dafür auch Blumen, Rauch oder sie Reiben an einem Meerschweinchen. Ja, richtig gelesen. Meerschweinchen.

Für Sanni wurden die speziellen „Wairachina Panga“, die Windblätter, frisch gepflückt. Diese Pflanze ist sehr wichtig in der traditionellen Kultur. Sanni sitzt mit geschlossenen Augen auf dem Stuhl, während die Männer mit den Blättern zunächst über ihre eigenen Körper fahren und dann beginnen ihren gesamten Körper damit zu bewedeln und darüber zu streichen. Teilweise sind zischende Windlaute zu hören. So wird die schlechte Energie herausgeleitet und vertrieben. Die Männer wechseln dabei immer wieder den Arm mit dem sie die Blätter bewegen, weil dieser durch die Aufnahme der schlechten Energie zu schwer wird. Nur zwei von Hundert Personen besitzen die Fähigkeit, dieses Ritual wirksam und professionell durchzuführen. Eine Gänsehaut am ganzen Körper entsteht. Nicht nur durch den kühlen Wind, den die Bewegungen verursachen. Ein sehr besonderes Gefühl. Dazu duften die Blätter herrlich.

Es mag Zufall sein oder auch nicht. Beim letzen, schweißtreibenden Dschungel- Hike am nächsten Morgen spurtet Sanni bergauf bergab wie eine Bergziege. Von schlechter Energie keine Spur. Ein Grund für Gerriet kurz vor unserer Abreise ebenfalls eine Limpia durchzuführen zu lassen.

Unser Fazit: Es funktioniert!

 

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